Was sind Begegnungszonen?

Begegnungszonen sind Straßen in Wohn- und Geschäftsbereichen, in denen Fußgänger Vortritt vor dem motorisierten Verkehr haben und den gesamten Straßenraum nutzen dürfen. Die Ausstattung orientiert sich weniger an baulichen als vielmehr an kostengünstigeren „weichen“ Gestaltungselementen wie auffälligen Bodenmarkierungen, Bänken oder Hinweistafeln. Die Eingangsbereiche der Begegnungszonen werden durch Torsituationen eindeutig hervorgehoben, um den motorisierten Verkehr für das Miteinander der Verkehrsarten von Anfang an zu sensibilisieren. Als zulässige Höchstgeschwindigkeit gelten 20 km/h und das Parken ist nur auf markierten Flächen erlaubt.

Wer hat's erfunden ...?

…die Schweizer! Hervorgegangen aus einem Pilotprojekt Mitte der 90er Jahre, wurde die Begegnungszone im Jahre 2002 offiziell als Verkehrszeichen in die Schweizer Signalisationsverordnung aufgenommen. Seit der erfolgreichen Erprobung der anfänglich als Flanierzone in Geschäftsbereichen bezeichneten Abschnitte, sind in der eidgenössischen Alpenrepublik über 200 Begegnungszonen geschaffen worden. Eine Besonderheit dabei ist die häufige Implementierung von „unten“ und so stellen in einigen Beispielen Anwohnerinitiativen den Ausgangspunkt der Planungen dar. Spätestens sechs Monate nach Einrichtung oder Änderung einer Begegnungszone muss die Wirksamkeit der Anlage überprüft und im Zweifelsfall angepasst werden.

Nach den positiven Ergebnissen in der Schweiz haben mit Belgien (2005) und Frankreich (2008) zwei weitere europäische Länder die Begegnungszone in ihr Straßenverkehrsrecht übernommen. Die jeweiligen „zones de rencontre“ unterscheiden sich dabei nur geringfügig von ihren Schweizer Vorbildern. In Deutschland fehlt bislang ein rechtlicher Rahmen, doch gibt es in Frankfurt am Main bereits ein erstes Praxisbeispiel, das sich an die wesentlichen Gestaltungs- und Organisationsprinzipien anlehnt (vgl. Rubrik: Erfahrungen in Deutschland)